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Bedeutung meiner Musik

Hier schreibe ich über die persönliche Bedeutung von einigen meiner Songs.

Den Song „thunder“ habe ich am 13.03.2013 auf dem Album nowhere auf jamendo.com erstmals veröffentlicht.
Der Song bedeutet, dass ich mein Leben lang versuche mich von Abhängigkeiten, die mir nicht gut tun, zu lösen. Indem ich das tue entstehen meist sofort neue Abhängigkeiten. „Blue thunder“ ist ein Sturm, wie zum Beispiel eine Beziehung, die für mich Schlechtes bringt, ein Suchtmittel, das zerstörerisch ist, ein Arbeitsplatz, der mich ruiniert, ein Ort der mich langsam tötet, eine Wohnung die mich bis zur Existenznot arm macht, oder ein Platz für mich, den ich aber nicht haben oder einnehmen sollte, weil er mich kaputt macht. Der Song beschreibt, dass ich mich von diesen Abhängigkeiten befreien muss, indem ich sie töte. Wenn ich das nicht mache, wird „blue thunder“ weiterhin mein Leben stürmen und alles was ich tue oder habe besetzen.
Warum entstand der Song und warum bedeutet er für mich das?
Ich habe im Jahr 1974 das Haus meines Vaters im Alter von 10 Jahren verlassen, weil ich dessen Gewalt nicht mehr ertragen konnte. Die Abhängigkeit vom Vater und dessen Gewalttätigkeit löste ich. Aber ich begab mich in neue Abhängigkeit: Ich wurde in einem Kinderheim mit gewalttätigen Heimleitern am Obersalzberg bei Berchtesgaden verbracht.

Den Song „leave it“ habe ich am 10.11.2016 auf dem album „calling back“ erstmals bei jamendo.com veröffentlicht.
In „leave it“ geht es um mich im Alter von nur 10 Jahren. Das war 1974. Ich stand vor der schwersten Entscheidung meines Lebens. Davon wusste ich damals natürlich nichts und wenn es mir jemand gesagt hätte, wäre ich zu klein und dumm gewesen, es zu verstehen. Es geht in „leave it“ darum, dass ich damals um 5 Uhr Morgens, an einem „Weekend-Morning“, die Flucht aus meinem Elternhaus für immer ergriffen habe. Es gab damals niemanden, der mir „the best way out of this town“, den besten Weg aus der Stadt erklärt hätte: Das meine ich im Song „leave it“ so, dass mir damals niemand die Tragweite und Konsequenz aus meiner Flucht aus meinem „Parents-Home“ erklärt hat. Heute weiß ich, dass das im Grunde gut so war, denn ich hatte sehr lange darüber nachgedacht zu flüchten und ich hatte viel Mühe dabei, meine Angst vor dieser endgültigen Flucht zu überwinden. Wie viel Angst ich hatte, das beschreibe ich im Buch „Zweifel“ aus Sicht des damals Zehnjährigen, indem ich in dem Buch die Methode gewählt habe, von der ersten bis zur letzten Seite konsequent die Sicht des flüchtenden zehnjährigen Kindes einzunehmen.

Den Song „god is dead“ habe ich 2013 auf dem Album „the fool on the hill“ erstmals veröffentlicht.
Der Song findet seinen Ausgangspunkt in meiner Jugend, als ich im Alter von 14 Jahren als evangelisch getauft, die evangelische Konfirmation vor mir hatte. Ich wollte das nicht, denn ich zweifelte gewaltig daran, dass es Sinn macht, an irgend etwas zu glauben. Doch ich kam nicht drum herum, wurde evangelisch konfirmiert und bin u.a. deshalb später aus der Kirche ausgetreten.
Für mich offenbarte sich große Widersprüchlichkeit in einem katholischen Elternhaus in Berchtesgaden, das ich damals zu meinem großen Glück haben durfte. Ich war ein geflüchtetes Kind, zuvor vielfach geschlagen von meinem leiblichen Vater. Dank einer Lehrerin, die auf mein Schicksal aufmerksam geworden war, konnte ich 1977 zum Glück aus einem Kinderheim am Obersalzberg entkommen. Dort war ich jahrelang von zwei Männern, sogenannten „Heimleitern“ regelmäßig schwer zusammengeschlagen worden.
In dem Song „god is dead“ geht es darum, die Perspektive zu wechseln. Die Zeile „changing view is true“ habe ich, seit ich meine Kindheit hinter mir lassen durfte, immer wieder umzusetzen geschafft. Meinen Blickwinkel auf meine kleine Welt zu wechseln führte schließlich dazu, dass ich merkte, was ich in dem Song in folgender Zeile singe „they pulled wool over my eyes“.
Zu erkennen, dass die Erwachsenen die mich in meiner Kindheit umgaben, offenbar eine für sie schöne Geschichte über einen Gott erfunden hatten, machte für mich die Sicht auf die Wahrheit frei. Ich merkte, dass mein Blick auf meine kleine Welt getrübt war von meiner Vorstellung, ich müsse an einen Gott glauben, der es angeblich gut mit mir meint. Eine Kindheit von Hass und Gewalt zu erleben stand jedoch in krassem Gegensatz dazu. Das macht auf Dauer krank. Als heilendes Gegenmittel baute ich meine persönliche, kindliche Lüge auf, um diesen Widerspruch meiner Kindheit zu überstehen.
Weil ich ein geschlagenes und gehasstes Kind war, lernte ich mit der Heuchelei der Erwachsenen zu leben. Eines Tages begriff ich, dass ein Gott, der mich während meiner Kindheit hasste und ständig verprügeln ließ, nicht gut für mich sein kann. Deshalb glaubte ich, dass er eine Erfindung sein musste. So entstand fast 30 Jahre später der Song von einem Gott, der wie die virtuelle Welt heute erfunden wurde.  Deshalb die Textzeile in dem Song: „he never existet, he only was listet in a virtual programm of the world“.

Der Song „healing“ auf dem Album „nowhere“
bedeutet für mich, dass die Widersprüche meiner gewaltreichen Kindheit und dem Leben als Erwachsener nicht auflösbar sind. „Healing“ beschreibt was unser Leben in der westlichen Zivilisation bedeutet: Die permanente Gier nach noch mehr Reichtum. Die Menschen geben sich nicht mit dem was sie haben zufrieden. „Healing“ meint in dem Song nicht „Heilung“, sondern Zufriedenheit.  Es geht in dem Song um eine Unzufriedenheit, die damit zu tun hat, dass wir zu viel von dem haben, was wir glauben zu brauchen und das einfach ungesund ist.

Der Song „riding in my head“
handelt von einem Unfall. Ich wurde am 26.11.2011 bei einem Wochenendspaziergang auf einer kleinen Straße in Karlsfeld bei München von einer galoppierenden jungen Reiterin und deren Pferd einfach überrannt. Die junge Frau nannte ihr Pferd „secret gun“. Nur durch sehr viel Glück überlebte ich diesen unwahrscheinlichen Unfall. ich habe darüber das kurze Sachbuch „secret gun“ geschrieben,