04:30 Uhr, nächtliche Reiterin

Neben mir steht ein Auto. Es hat eine goldene Farbe. Es glänzt in der Sonne. Darin sitzen zwei Männer. Der Fahrer fragt mich etwas. Ich sehe den Mann nicht an. Ich schaue in meine Laufrichtung nach Süden zur Sonne. Sie steht sehr tief und blendet mich. Vor mir, in der Sonne sehe ich rechts unseren kleinen Hund davon rennen.

Nemo hat gar nichts vom Fisch aus dem Film, doch die Kinder suchen nach Ähnlichkeiten. Kinder haben mich oft nach dessen Namen gefragt.
Ich sage:
„Nemo“.
Die Kinder fragen:
„So wie der Fisch?“
Ich sage:
„Ja, wie der Fisch. Aber wie hieß der Film noch gleich?“
„Findet Nemo!“, rufen die Kinder und lachen.


Ich kenne den Film nicht. Aber ich finde es gut, dass unser Hund so heißt, denn die Kinder bleiben deshalb meist noch ein bisschen stehen und schauen Nemo zu. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ein Kind sich Nemo ganz genau ansieht, um sich zu versichern, dass er nicht doch vielleicht der Fisch aus dem Film ist. Nemo hat aber gar nichts von dem bunten Fisch. Er ist schwarz, braun und weiß. Er ist ein kleiner Bordercollie-Mischling.

Ich sehe Nemos hängende, schwarze Ohren. Ich mag diese Ohren, denn sie fühlen sich sehr weich an. Nemos Fell ist an den Ohren ganz glatt. Ich habe Nemo daran schon oft geärgert.

Wenn er sich abends, beim Fernsehgucken, auf dem Sofa in der Mitte zwischen meiner Frau und mir breit macht, dann kann ich ihn an den Härchen, die oben an seinen Ohren in die Luft stehen, leicht anstupsen. Nemo zuckt daraufhin mit dem Ohr. Mache ich das drei, vier Mal hintereinander, nervt es Nemo. Er dreht sich zu mir, schaut mich an, als sei er erbost darüber, welche Frechheit ich mir leiste.

Nemo kennt mein Spielchen. Einer wie er, der sich immer den Platz mitten drin zwischen uns auf dem Sofa nimmt, muss ein bisschen genervt werden und auf Trab gehalten werden. Das ist halt mal so, wenn ein Hündchen versucht, im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen. Da wird man eben nicht einfach in Ruhe gelassen, sondern die Chefs melden sich mit lustigen und manchmal nervigen Spielchen. Irgendwann ist Nemo so genervt, dass er lieber in sein Körbchen geht.

Nemos Ohren hüpfen rhythmisch auf und ab. Ich rufe Nemo, doch er reagiert darauf nicht. Ich höre den Mann, der aus dem Autofenster heraus fragt:
„Wo geht es zum Zentrum?“
Nemo rennt immer weiter Richtung Sonne. Ich rufe ganz laut und entschlossen nach ihm.


Plötzlich höre ich extrem laut, direkt hinter mir ein irres Geräusch:
„Taracktaracktarack“.
Eine Frau schreit. Sie hat eine sehr hohe Stimme. Sie kreischt. Ich kann sie nicht verstehen. Die Pferdehufe sind viel zu laut, um zu verstehen. Ich muss wissen, was da ist und was die Frau schreit. Warum ist plötzlich so lautes Hufeschlagen hinter mir? Sekunden zuvor war es noch totenstill. Ich drehe mich nach rechts um. Ich will herausfinden, was hinter meinem Rücken los ist. Während ich mich drehe, sehe ich Nemo, wie er zur Sonne rennt.

Es ist ein riesiger Körper. Rechts und links stehen Beine in Stiefeln wie Flügel ab. Sie bewegen sich auf und ab. Ich sehe daran fliegende Schnüre oder Drähte, vielleicht kurze Seile. Oben an dem gigantischen Körper sehe ich eine schmale Spitze. Ein heller Menschenkopf mit langem Haar. Es weht im Wind. (3)

(3) Flashbacks habe ich oft Nachts, besonders Morgens in der Aufwachphase. Ich habe ein sehr gutes Fachbuch darüber gefunden. Es ist das Handbuch der Psychotraumatologie, das 2011 im Klett Cotta Verlag erschienen ist (ISBN: 978-3-608-94665-9). Zum Buch gibt es auch eine Webseite: http://handbuch-psychotraumatologie.de/

12.07.2012, 04:40 Uhr, Träume und Schübe

Ich schwitze. Das Fenster im Zimmer ist offen. Mein Herz klopft, es scheint zu rasen. Draußen höre ich ein Auto, in dem Gas gegeben wird. Es entfernt sich. Ich liege auf dem Rücken und atme hastig. Ich konzentriere mich auf meinen Atem. Das hilft mir, um mich zu beruhigen.

Schmerzen im Gesicht, ein starker Schmerzschub rund ums rechte Auge.

Weil mich das Pferd in das Feld geschleudert hat, sehe ich auf dem rechten Auge schlecht. Die Hälfte meines oberen, rechten Gesichtsfeldes ist seitdem schwarz. Ich weiß nicht, ob die Schmerzen auch mit dem Sehnervschaden zu tun haben.
Die Ärzte sagen: Nein. Überhaupt sagen mir nur Schmerztherapeuten, dass es solche Nervenschmerzen im Gesicht gibt, wie ich sie schildere. Die Chirurgen sind der Meinung, dass alles bestens verlaufen und verheilt ist und dass sie mit Nervenschäden im Gesicht nichts zu tun haben.

Seit dem Zusammenprall mit dem Pferd und den Brüchen meiner Augenhöhlen habe ich eine Trigeminusneuralgie. (4) Es handelt sich um Nerven, die im Gesicht verlaufen. Die Schäden und Schmerzen spüre ich von der Stirn ums Auge entlang der Wange, Nase, dem Oberkiefer. Trotz täglicher Einnahme von Antileptika (5) kommen unvermittelte Schmerzschübe.

(4) Symtomatische Trigeminusneuralgie: Was das ist, weiß ich erst, seitdem ich in Folge des Unfalls extreme Schmerzen und Schmerzschübe in der rechten Gesichtshälfte habe. Einen erklärenden Einstieg bietet Wikipedia, von wo aus ich zu hunderten Seiten finde, die das ganze Spektrum meiner „Wahnsinnsschmerzen“ im Gesicht durchleuchten. http://de.wikipedia.org/wiki/Trigeminusneuralgie

(5) Antileptika: Dass diese auch bei Schmerzschüben eingesetzt werden, weiß ich erst, seitdem ich damit behandelt werde. Ich nehme das Medikament Gabapentin in täglicher Dosis von bis zu 3600 mg. Das bewirkt, dass die extrem schmerzhaften Spitzen, der mehrmals stündlich kommenden Schübe deutlich abgeschwächt werden. Mein Arzt sagt, dass ich froh sein kann, dass dieses Medikament bei mir überhaupt wirkt.

07:30 Uhr.
Ich sitze allein. Vom reichhaltigen Buffet esse ich Quark und Käsebrötchen. Später setzt sich Frau W. zu mir. Sie hat die Süddeutsche Zeitung unterm Arm. Sie stellt sich freundlich vor. Sie kommt aus W. Ich spreche mit ihr über W. und München, von wo ich komme. Wir beide beschweren uns über die hohen Preise für Wohnungen und Häuser. Bei wem wir uns beschweren, weiß ich nicht. Später kommt noch eine weitere Mitpatientin, es ist A., sie stammt aus I. Sie erzählt, dass sie im schöneren Teil der Stadt im Südwesten wohnt.

12.07.2012, 08:15 Uhr, der „innere Kritiker“

Ich warte im fünften Stock vor dem Zimmer von Herrn Dr. A., bei dem ich um 8:15 Uhr ein Gespräch habe. Herr Dr. A. ist nicht da. Deshalb gehe ich in den dritten Stock zum sogenannten Stützpunkt, um zu fragen, wo Herr Dr. A. ist. Dort werde ich von einer, mir noch nicht bekannten Dame mit meinem Namen begrüßt. Das erstaunt mich, denn ich bin nicht einmal vierundzwanzig Stunden da.

Herr Dr. A., der Herr, der gerade in sein Postfach schaut, beachtet mich zunächst nicht. Er ist konzentriert damit befasst Blätter zu sortieren.
Ich denke daran, wie ich vor dem Unfall jeden Morgen an meinem Fach im Kopierraum stand und dort geschäftig meinen Posteingang durch scannte, um Papiere, die mir eindeutig nicht zuzuordnen waren, gleich den Kolleginnen ins Fach zu schieben. Ich denke auch daran, dass Herr Dr. A. vielleicht jeden Morgen einige Minuten zu spät kommt, weil er, so wie ich es viele Jahre lang getan habe, erst sein Postfach sichtet und sortiert, um später zu bearbeiten, was priorisiert werden muss

Ich hatte bis zum 26.11.2011 einen interessanten Arbeitsplatz. Ich war stellvertretende Leitung eines sogenannten Sachgebietes in einem Amt der Stadt München. Dort war ich dafür zuständig, sowohl mit Finanzdaten und städtischen Fördermitteln, als auch mit Kolleginnen eines Teams von Verwaltungskräften professionell um zu gehen. Es war eine abwechslungsreiche Arbeit, die im politischen Kontext stand. Viele Dinge, die ich tat, mussten in der Regel mittels sogenannter Stadtratsanträge ein Verfahren durchlaufen, das es den Stadträten ermöglichte eine transparente, sachlich und fachlich kompetente Entscheidung zu treffen. Die Arbeit kann ich seit dem Unfall nicht mehr machen, denn die dauerhaften Schmerzen nehmen dann extrem zu, wenn ich Stress wie etwa Zeitdruck ausgesetzt bin.

Ich setze mich jetzt hinter den Glaskasten, in dem Herr Dr. A. in seinem Postfach Papiere sortiert. Ich habe nichts anderes zu tun, als zu warten. Das finde ich eigentlich ganz gut, denn es wirkt auf mich, als sei ich durch nichts belastet. Das wiederum weckt meine Frage, warum ich hier bin, und dann kommt die kritische Frage, ob mein „Hiersein“ überhaupt berechtigt ist. (6)

(6) Mein innerer Kritiker:
Wenn ich in eine Internetsuchmaschine die Worte „Innerer Kritiker“ eingebe, finde ich Webseiten, Bücher, Videos, Tonträger über meinen „inneren Onkel“. Der ist ständig mit mir unterwegs. Pausenlos quatscht er auf mich ein. Er behauptet, dass ich es nicht wert sei, etwas in Anspruch zu nehmen. Er fragt permanent, ob ich genügend dafür geleistet habe. Den Kerl mal für eine Zeit weg zu sperren fällt mir sehr schwer. Doch wenn mir das für Minuten gelingt, wird mir klar, dass ich guten Grund habe, in der Klinik zu sitzen und zu warten um die Leistungen des Krankenhauses in Anspruch zu nehmen: Ich hatte einen schweren Unfall.

12.07.2012, 08:25 Uhr, die spezifische Beschäftigung von Kranken

Das Warten ist eine spezifische Beschäftigung, der zu unterliegen ich mich seit dem Unfall in vielfältigen Situationen gewöhnt habe. Auf Dr. A. muss ich nur wenige Minuten warten.

Ich erinnere mich an vier Stunden langes Warten, das ich in der Augenarztpraxis im Münchner Schwabinger Krankenhaus zubringen musste. Ich wurde dort hin bestellt, um nach der Operation noch einmal wegen meiner Augen kontrolliert zu werden.
Ich war bereits aus dem Krankenhaus entlassen. Man hatte mich bestellt, warten lassen und vergessen. Die Kopf-Operation war erst zwei Wochen her. Mir fehlte die Kraft, mich energisch durchzusetzen. Nach vier Stunden raffte ich mich matt und müde auf. Ich hatte meine Tabletten zu Hause gelassen, denn ich dachte nicht daran, dass ich so lange warten musste. Meine Schmerzen am Schädel wurden sehr stark. Nachdem ich auf mich aufmerksam gemacht hatte, hat man mich untersucht, stellte fest, dass mein Visus stabil sei und schickte mich nach zehn Minuten nach Hause.

Den „stabilen Visus“ erwähnt das Krankenhaus in einem meiner Befund-Berichte. Das wiederum veranlasst die Anwälte der Tierhalterhaftpflichtversicherung heute, schriftlich bei Gericht festzustellen, dass ich bei dem Zusammenprall mit dem Pferd gar keinen Schaden am Auge erlitten hätte. (7) Es interessiert die Versicherungsanwälte nicht, dass ich eindeutig auf Grund des Zusammenpralls mit dem Pferd einen Gesichtsfeldausfall im oberen Bereich des rechten Auges habe, dort also nichts mehr sehe, wegen einem eindeutigen Sehnervschaden. Die Ärzte meinten mit „… zeigte sich der Visus stabil“, dass sich daran nichts verändert hat.

(7) Im Antrag auf die Abweisung meiner Klage auf Schadensersatz, wegen meiner schweren Unfallverletzungen, schreiben die Anwälte (Tierhalterhaftpflichtversicherung der Pferdebesitzerin) am 22.05.2012 u.a. an das Landgericht München:
„Bei der augenärztlichen Kontrolle zeigte sich der Visus stabil …“
und weiter:
„… Soweit eine beginnende Optikusathropie festgestellt wurde, wird bestritten, dass diese auf den Unfall zurückzuführen ist“.

12.07.2012, 08:35 Uhr, Begründungen

Dr. A. ist sehr freundlich. Er befragt mich nach dem Grund, der mich in die Klinik führt. Ich frage, wo ich ansetzen soll.
Wie viel hat Dr. A., von dem gelesen, was ich in den Aufnahmebogen geschrieben habe? Ich frage, ob er meine Befunde kennt, die ich vor Monaten in die Klinik geschickt hatte. Die Unterlagen kennt Herr Dr. A. nicht, deshalb soll ich von ganz vorne berichten. Also erzähle ich, was meinen Aufenthalt in der Klinik begründet:

„Ich war am 26.11.2011 um 14:34 Uhr auf einer kleinen Straße nahe einem Feldweg spazieren gegangen. Während ich gerade neben einem Auto stand, aus dessen Fenster heraus mich ein Autofahrer nach dem Weg fragte, hörte ich plötzlich in meinem Rücken das rhythmische Schlagen galoppierender Pferdehufe. Der Autofahrer fragte:
„Wo geht es ins Zentrum?“
Wegen des Hufeschlagens drehte ich mich um. Da sah ich ein riesiges galoppierendes Pferd mit Reiterin unmittelbar vor mir. Ich wurde sofort überrannt, ins Feld geschleudert und verlor das Bewusstsein. Deshalb bin ich hier.“

Ich darf hier in der Klinik sein, denn ich bin schwer verletzt worden. Mein „innerer Kritiker“ hält jetzt einfach mal die Klappe!

12.07.2012, 10:45 Uhr, beobachten, ohne den inneren Onkel

Bei der Aufmerksamkeitsmeditation merke ich, dass es möglich werden könnte, Schmerzen, die der Unfall in meinem Gesicht verursacht hat, zu beobachten. Die Idee finde ich interessant, denn sie bedeutet, dass ich mich darauf einlassen müsste, meine Schmerzen nicht zu bekämpfen oder zu versuchen, sie zu verdrängen, sondern ich würde lernen, die Schmerzen zu spüren, um einfach festzustellen, dass sie da sind. Ich würde keine Energie mehr dafür verbrauchen, sie zu bekämpfen. Voraussetzung ist, zu beobachten ohne zu bewerten. Das fällt mir schwer, denn es ist sehr ungewöhnlich.

Täglich spüre ich meinen verletzten Kopf, wie es dort, rund um die Schädeldecke, schmerzend drückt, als habe ich permanent einen viel zu engen Helm an. Ich merke, wie eine schmerzende Bahn von meiner Stirn über mein Nasenbein bis zu meiner Oberlippe zieht und ich spüre den dumpfen Schmerz an meinen oberen Schneidezähnen. Ich merke ganz genau, wie die Höhle, in der mein rechtes Auge liegt, schmerzlich brennt und glüht. Dort spüre ich ständig flackernde, stechende Schmerzen. Die Schmerzen finde ich grausam. Täglich wünsche ich mir, dass ich ein Medikament bekomme, damit sie vollständig verschwinden, denn ich hasse diese Schmerzen, weil sie meinen Alltag bestimmen.
Das alles soll ich nicht mehr bewerten?

In die Augenhöhle haben mir die Chirurgen der Intensivstation am 30. November 2011 eine Folie eingesetzt, um mein rechtes Auge zu stabilisieren, denn das Knie des galoppierenden Pferdes hatte meine Augenhöhle durchbrochen. (8)

(8) Orbitabodenfraktur:
Neben der Augenhöhle durchbrach der Aufprall mit dem Pferd meinen Augenhöhlenboden. Die Operation wurde gleichzeitig mit der Operation meiner Schädeldeckenbrüche und meines Nasenbeins durchgeführt. Darüber, was da eigentlich gemacht wurde, informiert mich z.B. folgender Beitrag: http://de.wikipedia.org/wiki/Orbitabodenfraktur
Ich bin sehr froh, dass ich das alles am 30.11.2011, als die OP stattfand, nicht wusste. An diesem Tag dachte ich einfach: Bitte operiert mich endlich, denn es muss sein. Was dabei heraus kommt werde ich nach der OP sehen. Was ihr konkret tut, will ich gar nicht wissen, denn der Unfall war so schlimm, dass ich eh keine Chance habe, heute zu begreifen, was genau alles heute operiert werden muss. Ich habe einfach alles unterschrieben, was mir unter die Nase gehalten wurde. Zwei Chirurgen haben sieben Stunden lang operiert. Alles ging gut.

Ich beobachte und spüre im rechten Auge, neben dem flackernden Brennen einen ständigen beißenden Schmerz. Am liebsten würde ich mein Auge ständig reiben. Ich merke, dass dort, wo mein rechtes Auge seit der Operation vor zwölf Monaten, wieder neuen Halt findet, heißer Schmerz zieht und zerrt. Am liebsten würde ich den Schmerz und das Auge einfach los werden. Ich denke, dass der Schmerz vorbei wäre, wenn das Auge weg wäre. Doch das Auge bleibt und somit auch der Schmerz.

Ich weiß und spüre, dass mein Schmerz, der an meiner rechten Wange brennt, das Stechen in meinem rechten Nasenflügel, das schmerzhafte Brennen und Stechen in meiner Augenhöhle, der Schmerz meiner Stirn und an der oberen Zahnreihe einfach da sind. Ich muss lernen, dass ich dagegen nichts tun will. Dagegen zu arbeiten ist verschwendete Energie. Alles wird bleiben. In der Aufmerksamkeitsmeditation sage ich deshalb zu mir und zu meinem Schmerz:
Ich möchte die Energie, die ich seit dem Tag des Unfalls gegen die Schmerzen eingesetzt habe, künftig für andere Zwecke haben. Ich möchte versuchen, täglich zu üben meine Schmerzen wahrzunehmen, aber nicht zu bekämpfen. Sie sind da und ich werde versuchen mit ihnen zu leben, nicht gegen sie. Diesen Ansatz kannte ich bisher nicht. Ich finde ihn sehr interessant.

https://www.jamendo.com/track/1120082/aussagschuettelt

Mit meinem Song „außagschüttelt“ versuche ich musikalisch zu erfassen, was mit mir geschehen ist, weil ich von einer zur nächsten Minute mein altes Leben mit dem Unfall verloren habe.