Wenigstens Zweifel – Erzählung

Die beiden ehemaligen Häuser des Kinderheims Salzberg (vorher „Stadlerlehen“) auf halber Höhe des Obersalzberges in Berchtesgaden sind Ausgangspunkt der Geschehnisse um Bernado Wenigstens, die Bernd Thümmel in der Erzählung „Wenigstens Zweifel“ schildert. Auf dem alten Foto sind beide Häuser zu sehen, wie sie ca. bis in das Jahr 1980 in der „Salzbergstraße“ am Obersalzberg standen. Dort wurden Kinder ca. von 1972 – 1980 durch Jugendämter in private Hände gegeben und von zwei Männern die das Kinderheim leiteten zum Teil erheblich misshandelt.

Am Vortag hatte die deutsche Mannschaft im Jahr 1974 damit begonnen, sich in das Endspiel  zu kicken. Der zehnjährige Bernado Wenigstens nutzt den ruhigen, frühen Morgen zur Flucht. Lange Zeit hatte der Bub an seinem Fluchtplan gearbeitet. Das Gelingen steht trotzdem in Zweifel, denn den Buben treiben Gedanken an seine Zukunft.

Das erste Ziel der Flucht, seine Großmutter, gerät wegen Zweifenl und aufkeimender Ängste, die in Gedanken des Kindes abgearbeitet werden, immer wieder in weite Ferne. Erlebnisse der Vergangenheit aber auch Gedanken an seine Verfolger, die das Kind an der Flucht hindern wollen, bewirken neben Zweifeln auch Gefühle der Hilflosigkeit des Kindes. Beides überwindet das Kind während der Flucht immer wieder von Neuem.

Zunehmend hinderlich am Gelingen der Flucht wird der Schmerz, der dem Jungen begegnet, während er sich darüber klar wird, dass seine Entscheidung an diesem Tag eine endgültige ist. Mühevoll gelingt es dem Knaben, seinen Schmerz wegen der Aufgabe seines Elternhauses zu überwinden.

Eine Autofahrt mit einem seiner Brüder gerät zum Abschied von Geschwistern und Vater. Seine Zukunft in einem Kinderheim wird in den Gedanken des Kindes zwischen Erinnerung und Hoffnung durchgespielt. Das Kind glaubt genau zu kennen, was auf es zukommt, denn es hat einen Teil seiner Zukunft bereits in der Vergangenheit erlebt. Die Entscheidung für diese Zukunft trifft das Kind in einer Abwägung zwischen Schlechtem und Schlechterem, zwischen Gewalt und mehr Gewalt.

Der Text gewinnt Dichte, weil die Perspektive des Kindes nicht verlassen wird. In einfacher und klarer Sprache werden Unsicherheit, Zweifel und emotionales Gewicht der Flucht für das Kind herausgearbeitet.

Denken und Erleben des Kindes stellen den Inhalt des Textes dar. Ständiger innerer Dialog des Kindes ist die Methode. Der Text ist das Kunstprojekt, die Gedanken des Kindes aufzuzeichnen, während dessen Flucht aus dem Elternhaus.

Impressum
Bernd Thümmel
Wenigstens Zweifel – Erzählung Erstveröffentlichung 2019, Aktualisierung und Veröffentlichung am 30.08.2019 als N-Book®

Titelgestaltung:  Bernd Thümmel
Alle verwendeten Fotos und Bilder: Bernd Thümmel
Alle Texte: Bernd Thümmel

Alle Musikstücke zu denen in diesem Werk zum Hören und Download zu Jamendo.com verlinkt wird, wurden komponiert, gespielt, gesungen und aufgenommen von Bernd Thümmel, alias Bernado und sind lizenziert unter Creative Commons Lizenz.

Creative Commons Lizenzvertrag
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Alle Personen und geschilderten Ereignisse entspringen nicht nur der freien Phantasie des Autors. Personen und Handlungen sind vom Autor nicht nur frei erfunden und haben nicht ausschließlich keinen Bezug zu lebenden Personen oder realen Geschehnissen. Alle genannten Orte und geschilderten Geschehnisse an diesen Orten sind vom Autor teilweise frei erfunden, genauso wie alle geschilderten Häuser, Wohnungen, Landschaften, Städte, Dörfer, Bilder, Fotos usw.