Wenigstens Rückkehr

Einer schaut in die Vergangenheit um in Gegenwart und Zukunft zu bestehen.

Im April macht Bernado Wenigstens, der Protagonist der Erzählung, Urlaub, um einen neuen Arbeitsplatz anzutreten. In Berchtesgaden, dem Touristenort am Fuße des Obersalzberges, beginnt er Produktionsmaschinen in einer kleinen Fabrik zu bedienen. Auf seinem täglichen Weg zur Arbeit beobachtet er das ruhige Leben gegenüber dem Berchtesgadener Finanzamt. Auf der Fahrt im Wagen des Chefs, von Berchtesgaden Richtung Salzburg beobachtet er die vorbei fliegende Landschaft, wie in einem Film, um seinem Denken freien Lauf zu lassen, bevor er es in die täglichen monotonen Bahnen der Fabrikarbeit presst.

Im Juli gibt Bernado Wenigstens seine sichere Stelle in der Stadt auf, um unterhalb des Obersalzberges einen neuen Arbeitsplatz anzutreten. Er findet in die persönliche Geschichte eines Kindes zurück, das am Obersalzberg, in jungen Jahren Einsamkeit und Verlassenheit erlebt. Unweit vom Oberlehen, nahe der Bushaltestelle, bei der Pension Erika, wartet Bernado Wenigstens jeden Morgen auf den Bus. Während der gelbe Bus vom Obersalzberg kommend heran rollt, träumt er von seinem persönlichen „Irgendwo“. Er möchte in der Pension Erika am Obersalzberg wie ein Tourist wohnen, um mit seinen Eltern nach Hause zurückzukehren, wären da nicht die beiden Männer und die anderen Kinder. Eines Tages scheint die Zeit reif. Bernado Wenigstens findet sein „Irgendwo“, doch er ist kein Tourist und seine neuen Eltern müssen mit ihm auch nicht weit fahren, um ihn in sein neues Zuhause zu bringen, denn es liegt unten in Berchtesgaden.

Bernado Wenigstens gibt die monotone Beschäftigung auf und kehrt zurück in sein Leben in der Stadt. Dort trifft er Jahre später überraschend erneut auf seine Vergangenheit, die er aber längst neu eingeordnet hat.

Bernd Thümmel erzählt vom persönlichen Wagnis, in der Gegenwart die Vergangenheit aufzuarbeiten. Eine Rückschau, die im Alltag gerne den Stempel „sinnlos“ verpasst bekommt, weil sie der Gegenwart angeblich nichts bringt. Tatsächlich ist die Rückschau völlig ohne Risiko nicht möglich, denn sie braucht Zeit, die in der Gegenwart liegt. Doch das Risiko einzugehen, die Zeit der Gegenwart in die Vergangenheit zu investieren, lohnt sich, weil die Vergangenheit ohnehin Brücken in die Gegenwart findet. Darum ist es gut, vorbereitet zu sein. Der Protagonist Bernado Wenigstens nimmt sich die notwendige Zeit, um seinen Blick zurück zu wenden. So gelingt es, eine neue Ordnung zu schaffen, um in der Gegenwart und Zukunft besser zu bestehen.

Impressum
Bernd Thümmel
Wenigstens Rückkehr – Erzählung 2012, Neuveröffentlichung am 30.08.2019 als N-Book®

Titelgestaltung: „Ausflug am Hintersee bei Berchtesgaden“: Bernd Thümmel
Alle verwendeten Fotos und Bilder: Bernd Thümmel
Alle Texte: Bernd Thümmel

Umfang: ca. 324.000 Zeichen, 51.000 Wörter = ca. 230 Normseiten gem. VG Wort

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Alle Personen und geschilderten Ereignisse entspringen nicht nur der freien Phantasie des Autors. Personen und Handlungen sind vom Autor nicht nur frei erfunden und haben nicht ausschließlich keinen Bezug zu lebenden Personen oder realen Geschehnissen. Alle genannten Orte und geschilderten Geschehnisse an diesen Orten sind vom Autor teilweise frei erfunden, genauso wie alle geschilderten Häuser, Wohnungen, Landschaften, Städte, Dörfer, Bilder, Fotos usw.